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finsternis_auge

Die Finsternis

Dokumentarfilm, Filme
D 2005 –  84 min, ZDF/ARTE

Buch und Regie: Thomas Tielsch
Kamera: Bernd Mosblech
Musik: Paul Lemp
Sprecher: Peter Weis
Schnitt: Thomas Tielsch, Andrew Bird
Mit Unterstützung von MFG Stuttgart, FilmFörderung Hamburg, BKM
In Koproduktion mit Next Film Filmproduktion und ZDF/ARTE

Im Sommer 1944 wird die französische Vichy-Regierung, die mit der deutschen Besatzungsmacht kollaboriert, angesichts der näher rückenden Alliierten evakuiert und nach Süddeutschland gebracht. Das Sigmaringer Hohenzollern-Schloss wird zum französischen Regierungssitz. Eine bizarre Regierungskommission errichtet auf dem Boden des zusammenstürzenden Deutschen Reichs einen Staat ohne Territorium.

Im Gefolge der Regierung überschwemmen über tausend prominente Kollaborateure und ihre Familien den kleinen abgeschiedenen Ort und bleiben dort bis zum März 1945. Unter ihnen Louis Ferdinand Céline, der 1932 mit seinem ersten Roman „Reise ans Ende der Nacht“ Weltruhm erlangt hatte und sich später mit antisemitistischen Pamphleten und seiner Nähe zur Kollaboration kompromittierte. Céline hat diese Zeit in Sigmaringen in dem Roman „Von einem Schloss zum andern“ beschrieben. Die letzten Monate vor der deutschen „Stunde Null“, wie sie sonst niemand überliefert hat: dokumentarisch und wild, im Fieberwahn der Realität. Ein Dokumentarfilm auf der Basis von Célines Text. Eine Literaturverfilmung mit dokumentarischem Material.

Festivals:

Leipzig 2005, Amsterdam IDFA 2005, Pessac 2006

Presse

Eine ebenso bewusstseinserweiternde, mutige wie wichtige essayistische Literaturverfilmung. Es bleibt der virtuosen Verflechtung in der Montage überlassen, eine Art Zeitlosigkeit des Themas zu beschwören. filmdienst

Der Furor, der aus Célines Zeilen spricht, findet seine Entsprechung auf der Leinwand. Formal betrachtet ist „Die Finsternis“ eine Halluzination – man darf vermuten, dass sie der historischen Wirklichkeit sehr nahe kommt. szene hamburg

Ein Meisterstück der Montagekunst. Hamburger Abendblatt